Hätten sie eine Minute?

Die richtige Anrede – Jugendsprache oder ein höfliches Bitten, wie spricht man Teenager für ein Interview an? Lieber „Ey Digga, haste´ mal kurz Zeit?“ oder eher ein freundliches „Hätten sie eine Minute Zeit für ein Interview?“

Donnerstag 15.03.2018,  unser 6. Treffen

Wir haben unsere Leistungen der letzten Wochen und Monate beleuchtet und besprochen. Mit dem, was wir geschafft hatten, waren wir sehr zufrieden.

Dann ein Cut, wir wurden ohne Vorbereitung alleine gelassen. Die Erwachsenen ließen uns alleine. Nach zwanzig Minuten forderten sie Ergebnisse. Viel Zeit blieb uns also nicht um neue Videoideen für YouTube zu finden. Nadja hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles aufzuschreiben. Unsere Ideen flossen nur so. Irgendwann kamen wir auf die Idee einfach mal Jugendliche bei der nächsten Berufswahlmesse zu interviewen und zu fragen, was sie denn übers Handwerk wissen.

Die Idee nahm nach und nach immer mehr Gestalt an. Doch wir hatten ein kleines Problem, was sich nachher als großes Problem herausstellte. Wie spricht man Jugendliche für ein Interview an? Man will natürlich von Anfang an ernst genommen werden. Aber auch nicht zu ernst, dass alles so steif erscheint. Beide Partien, der Interviewer und der Befragte wollen natürlich auch Spaß haben. Und wer kann diese Frage am besten beantworten? Natürlich Oliver Pauli. Für ein Improvisationstalent sollte es doch ein leichtes sein, diese Aufgabe zu lösen, oder etwa doch nicht?

Cool oder Uncool?

Wie wir an diesem Tag gelernt haben, ist es sehr schwer, Teenager cool auf sich aufmerksam zu machen. Deshalb haben wir ein kleines Spiel zur Demonstration veranstaltet. Oliver stellte sich mitten in den Raum, die Darsteller und die Regiegruppe sollten an ihm vorbeilaufen. Wenn Oli uns spannend anspricht oder begrüßt, dann sollten wir stehen bleiben. Aber jeder seiner Versuche scheiterte. „Ey jo Bruder…“ oder „Hätten sie eine kurze Minute…“ waren seine kläglichen Versuche, uns für sich zu gewinnen. Wir waren mehr oder weniger verzweifelt. Wie spricht man Jugendliche denn nun an. Man sollte meinen, dass wir, die Jugendlichen der YouthCraftFactory es doch wissen müssten, denn wir sind ja Teenager. Aber egal wie absurd es klingt, selbst wir hatten keinen Plan wie man uns ansprechen soll. Auch unsere weiteren Spiele konnten uns keine klare Antwort geben.

Die Mischung macht´s

Dass war das was wir herausgefunden hatten. Denn wenn Erwachsene mit „Ey Brudi“ ankommen, würde man, egal im welchen Alter, am liebsten wegrennen. Aber auch wenn wir die Leute mit dem besten und höflichsten „Hätten sie eine Minute…“ anreden, bewirkt das eher das Gegenteil, von dem was wir eigentlich wollen. Wir haben zwar herausgefunden, dass die Mischung entscheidend ist, aber das genaue Erfolgsrezept ist aus dem letzten Treffen nicht hervorgegangen.

Eines haben wir aber dennoch gelernt. Wir, die YouthCraftFactory, müssen noch eine Menge lernen um vernünftige und coole Videos bzw. Projekte zu produzieren. Die YCF ist ein großer zusammengewürfelter Haufen, der sich noch richtig kennenlernen muss. Alle haben verschiedene Ideen, die kreativ und manchmal auch crazy sind. Wir lernen bei jedem Treffen mehr von dem jeweils anderen. Bald in naher Zukunft sind wir sicher ein eingespieltes Team, dass ein Video nach dem anderen produzieren wird, um den Jugendlichen das Handwerk näher zu bringen.

Hanna